In Italien wird folgendermaßen unterschieden:
Eine dramatische Darstellungsform, die nur mit den Möglichkeiten des stummen Körperspiels (Tanz, Mimik, Akrobatik) arbeitet. Die Pantomime war bereits in hellenistischer Zeit verbreitet. Man findet sie in den Vorformen der Oper, in den Intermedien und den Trionfi genannten Nachahmungen antiker Triumphzüge der Renaissance. Später dann in der Commedia dell'Arte, den Mysterienspielen und Balletten des 18. Jahrhunderts.
Die Papagenoflöte ist die von Papageno in Mozarts Zauberflöte verwendete Panflöte (auch Syrinx genannt). Sie besteht aus gebündelten, verschieden langen Schilf-, Holz- oder Bambusröhren.
Eine das schnelle Sprechen nachahmende Singweise mit Wort- und Tonwiederholungen, die sich in der italienischen Opera buffa des 18. und 19. Jahrhunderts besonders entfaltete. Im Unterschied zum Seccorezitativ oder »recitativo parlante« kommt das Parlando in geschlossenen Musikformen (Arien, Ensembles) vor. In der Absicht, reale Sprechsituationen zu imitieren, findet das Parlando Verwendung über Mussorgskij, Verdi, Strauss bis Puccini. Musikalisch bedeutet das Parlando, dass auf jede Note eine Silbe kommt. Vom Sänger verlangt es sicheren Tonansatz, klare Diktion. Ein Arientypus mit schnellem Tempo und hastig-abgehacktem Vortrag hieß im 18. Jh. »aria parlante« oder »agitata«.
Bezeichnung für die seit dem späten 17. Jh. in Italien beliebten Flickopern, die aus Musikstücken bekannter Opern zusammengestellt waren und lediglich ein neues Libretto und neue Rezitative benutzten. Die Gattung entstand mit der zunehmenden Bedeutung der Impresarios, die nicht wie die fest angestellten Hofkomponisten ihr Publikum durch Neuheiten zu faszinieren hatten, sondern auf den geschäftlichen Erfolg achteten. Durch die Schematisierung der Opera seria wurde zudem der Austausch beliebter Arien ermöglicht. Alle Komponisten, die während ihrer Laufbahn die Funktion eines Theaterleiters innehatten, bedienten sich dieser Praxis (Händel, Hasse, Keiser, Haydn). Außerhalb Italiens war das Pasticcio die bequemste Möglichkeit, die ital. Oper mit den lokalen Musikformen zu verbinden. Bei der Opera buffa setzte diese Praxis erst ab 1740 ein, vornehmlich wurden dann Arien der Opera seria in die komischen Werke eingebaut. – Werke, bei denen mehrere Komponisten von Anfang an zusammenarbeiteten, wie bei Muzio scevola (1721) Filippo Amadei, Bononcini, Händel, sind keine Pasticci. – 1985 schuf Jean-Louis Martinoty eine Pasticcio genannte Oper, deren Musik aus rund 20 Werken Händels besteht.
Pastorale (ital.), Schäfer-, Hirtenspiel ländlich-amourösen Inhalts in einem bukolischen Ambiente, wie es Theokrit und Vergil in der Antike vorgaben. In der Renaissance fanden diese Motive Eingang in die festlichen Spielzüge, in das Madrigal, die Frottola, die Villanella. Die Pastoraldichtung lieferte die Stoffe für die frühesten Opern (Dafne, Euridice). Die Tradition setzte sich fort über Pastoralopern in Frankreich (Cambert, Lully, Rameau bis Rousseau), in Deutschland (z.B. bei Gluck, Mozarts Il Re pastore) und versiegte erst Ende des 18. Jh.s. Im 20. Jh. schuf Strauss eine Daphne (1938). Die Ästhetik der Pastorale fand erneut Anhänger in der neoklassizistischen Bewegung, z.B. Orpheus-Vertonungen von Casella (1932) und Strawinsky (1948).
Die sinnvolle, natürliche Gliederung eines musikalischen Vortrags, ähnlich der Artikulation. In der Vokalmusik wird sie durch Sprachphrasierung bestimmt. Ein Problem bei Übersetzungen ist es, eine möglichst genaue Entsprechung von sprachlicher und musikalischer Phrasierung zu erzielen. Vortragsbezeichnungen sind u.a. »legato«, »nonlegato«, »martellato«, »staccato«.
Die frz. Bezeichnung für ein Mischgericht wurde im 18. Jh. auf Kompositionen übertragen, die eine Reihung aus beliebten, bekannten Melodienfolgen, meist aus populären Bühnenwerken, waren. Im ausgehenden 18. Jh. und v.a. im 19. Jh. setzten sich Opernpotpourris für Klavier (z.B. von Josef Gelinek, Daniel Steibelt, Carl Czerny) durch, später wurden diese Zusammenstellungen auch von kleinen Unterhaltungsorchestern oder Militärkapellen verwendet. – Eine Potpourri-Ouvertüre besteht aus den eingängigsten Melodien der Oper, sie wird hauptsächlich bei Spielopern und Operetten verwendet.
Im 19. Jahrhundert die Bezeichnung für einen Arientypus bei dem sich eine Figur im Gebet an Gott wendet.
Bezeichnung für die erste Sängerin einer Truppe, meist eine Sopranistin. Mit der Einrichtung der öffentlichen Opernhäuser Mitte des 17. Jh.s wurde die Zugkraft der ersten Sängerin für die miteinander konkurrierenden Bühnen von großer finanzieller Bedeutung, wodurch sich die Entstehung des so genannten Primadonnenkults erklären lässt. Daneben gab es die »seconda donna« (zweite Dame); falls eine Truppe über zwei gleichrangige Sopranistinnen verfügte, war die Hauptsängerin die »primadonna assoluta« (absolute Primadonna). Das Prestige dieses Titels, das sich z.B. in der Größe und Stellung des Namens auf den Plakaten und Prospekten niederschlug, ist durchaus dem Status heutiger Filmschauspielerinnen vergleichbar. Die Bezeichnung wurde später, losgelöst von der Hierarchie der ital. Operntruppen, als Ehrentitel, ähnlich der »Diva«, dem »Star« benutzt, auch im übertragenen Sinn zur Beschreibung eines exaltierten Verhaltens. Zu den berühmtesten Primadonnen gehörten Francesca Cuzzoni, Faustina Bordoni-Hasse, Gertrud Mara, Wilhelmine Schröder-Devrient, Jenny Lind, Adelina Patti, Nellie Melba, Maria Callas. – Der Begriff des »primo uomo«, des ersten Mannes, stets ein Tenor (früher auch Kastrat), hat sich außerhalb Italiens dagegen nicht durchgesetzt. Die Primadonneneigenschaften
Einleitung zu einem Bühnenwerk, in der ein Sprecher die Absichten des Autors und den Inhalt des Stücks erklärt oder anwesende Personen ehrt. Prologe waren ein üblicher Bestandteil der barocken Opern und entwickelten sich aus den gesprochenen Komödien, die den Intermedien vorausgingen, wie aus den Vorreden zu den Pastoralstücken. Anfangs wurden die Verse von einer personifizierten »Tragedia« (in Rinuccinis Libretto zu Euridice) oder »Musica« (in Monteverdis L'Orfeo) vorgetragen. Gegen Ende des 17. Jh.s erschienen, v.a. in Venedig, mehrere allegorische Figuren während des Prologs (gängig waren Dispute zwischen Fortuna, Virtù und Amor). Wie in Lullys Alceste kann der Prolog auch zur Verherrlichung des Herrschers dienen. Im 18. Jh. ließ die von Zeno initiierte Reform des Operntextes die Prologe verschwinden. Restformen des Prologs sind das Rheingold als Vorspiel zum gesamten Ring des Nibelungen, der »Prologo in cielo« zu Mefistofele (1868) oder die Prologe zu I pagliacci, Bergs Lulu, Prokofjews Liebe zu den drei Orangen.