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Glossar der klassischen Musik

Unisono (italienisch; französisch unisson; englisch unison)

Im späteren Mittelalter bezeichnete unisonus die Tonhöhenidentität zweier Töne, die aufeinanderfolgen oder das Zusammentreffen zweier Stimmen in einem Ton. Es ist aber seit je umstritten, ob der Unisonus zu den Intervallen gehört, da er nur effektiv einen konsonanten Zusammenklang darstellt.

Das italienische Wort bezeichnet heute speziell das Erklingen von Tönen oder Stimmen im Einklang oder in Oktaven.

Untersatz

Beim Klavierspielen heißt Untersetzen die Verwendung des Daumens nach einem der anderen Finger: mit der linken Hand abwärts und mit der rechten Hand aufwärts.

Überblasen (englisch: overblowing)

Die Technik bei Blasinstrumenten, durch Lippenspannung oder stärkeren Winddruck einen höheren Naturton, als den Grundton, hervorzubringen.Auf einigen Instrumenten z.b. der Einhandflöte oder der Clarino (eine ventillose Trompete) ist eine komplette Skala nur durch Überblasen hervorzubringen.Bei Blockflöte, Oboe, Klarinette oder Saxopohon wird das Überblasen durch kleine, nahe dem Mundstück gelegene Blaslöcher erleichtert.Auf modernen Blechblasinstrumenten werden die großen Intervallen zwischen den sechs Naturtönen durch Ventile überbrückt.

Überschlagen

Bei der Singstimme ist das Überschlagen, wie das Umschlagen in eine andere Stimmlage z.B.wie beim Jodeln. Bei der Orgel und bei Blasinstrumenten (diese sind mensurierte enge Labialstimmen) geschieht dies durch das Ansprechen eines höheren Naturtons als den beabsichtigten. Beim Tasten- bzw. Klavierspiel gibt es neben dem Fingersatz auch das Überschlagen einer Hand über die andere.Das durch die Komposition festgelegte Überschlagen der Hände, meistens ist es die linke Hand,während die andere Hand weiterspielt. Beispiele: Johann Sebastians Bach "Goldberg Variationen", oder Wolfgang Amadeus Mozart: "Sonate K.V. für Pianoforte"

Übersetzen

Übersetzen bedeutet beim Klavierspiel das Überschlagen eines Fingers über den Daumen, beim normalen Fingersatz und beim Spielen auf der Orgel bedeutet übersetzen das Kreuzen der Füße.

Umkehrung(italienisch: rivolto)

Wenn der höhere Ton unter den tieferen Ton oder der tiefere über den höheren Ton gelegt wird, also oktavversetzt, werden die Intervalle umgekehrt. Es entsteht dadurch ein Ergänzungsintervall dass des Ausgangsintervalls zur Oktave ergänzt, nun stehen im Verhältnis der Umkehrung: Quarte-Quinte, Sekunde-Septime, Terz-Sexte oder auch umgekehrt.

Undezime (lateinisch: undecima "elfte")

Vom Grundton an.

Ungerader Takt

Sind Takte mit einer ungeraden Anzahl von Schlägen siehe 3/4, 3/8 oder 7/4 Takt.

Unendliche Melodie

In der Zukunftsmusik von Richard Wagner ein von ihm verwendeter Ausdruck um von den Musikern das Verschwiegene zum Tönen zu bringen und das laut erklingende Schweigen in der unendlichen Melodie zu hören. Der Begriff unendliche Melodie ist primär auf Wagner Melodien bezogen, könnte jedoch auch auf zeitlos künstlerische Lieder bezogen sein, um diese nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Unterstimme

Eine aus dem 17. Jhdt. stammende Bezeichnung der tiefsten Stimme eines Satzes.Da es in der Besetzung der Stücke (Frauenchor oder Kinderchor) unterschiedliche Klanggruppen gibt, kann die Unterstimme auch in einer höheren Lage als der des Basses liegen.

Ursatz

Laut der Reduktionsanalyse von Heinrich Schenker bezeichnet der Ursatz in Stücken der tonalen Musik die Struktur. Die Meisterwerke von Johann Sebastian Bach bis Johannes Brahms lassen sich darauf reduzieren. Dieser zweistimmige Gerüstsatz besteht aus der fallenden horizontalen Oberstimme und der kontrapunktierenden Unterstimme.Im Mangel, aber auch in der Fülle der lebendigen Zusammenhänge sah Heinrich Schenker die Qualität einer Komposition.

Ut

Im mittelalterlichen Tonleitersystem die 1. Silbe des Hexachords, c, f, oder g, im französischen Name für C.

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