Bezeichnet seit Anfang des 17. Jahrhunderts eine Kompositionsweise in der Tradition der geistlichen Mehrstimmigkeit, wobei Instrumente hinzutreten können (colla parte). Seit dem 19. Jahrhundert ist der Begriff auch bei weltlicher Musik, allerdings ohne Instrumentalbegleitung, üblich.
Die italienische Bezeichnung für die Inszenierung oder Produktion. Nuovo allestimento bezeichnet eine Neuinszenierung.
Bezeichnet die weibliche Stimmlage, die tiefer und vom Timbre her dunkler ist als der Sopran. Bei Männeraltisten, meist Bariton oder Bass, wird diese Stimmlage durch Falsettieren erreicht.
Zwei oder mehrere Sänger übernehmen von Vorstellung zu Vorstellung abwechselnd eine Rolle. Große Theater sehen für Neuinszenierungen alternierende Besetzungen vor um Krankheitsfällen vorzubeugen. Bei Starbesetzungen studiert ein zweiter, oft unbekannter, Sänger als Cover die Rolle mit, um gegebenenfalls einspringen zu können. Bei täglich (en suite) stattfindenden Operetten- oder Musical-Aufführungen sind alternierende Besetzungen unumgänglich.
Sammlung der Fakten und Geschehnisse, die ein Publikum braucht, um der Handlung folgen zu können (Exposition). Sie kann dem Libretto als Vorwort vorangestellt werden oder als Erzählung in die Handlung eingegliedert sein.
Schon seit dem frühen 18. Jahrhundert wurde es üblich, dass sich ein Ensemble am Schluss der Aufführung dem Publikum präsentiert und der Vorhang so lange, bzw. so oft, gehoben wird, wie der Applaus andauert. Oftmals wird so mit der Anzahl der "Vorhänge" die Intensität des Applauses gemessen. In der Oper hat es sich eingebürgert, nach gelungenen oder bekannten Szenen, Arien oder Ensembles zu applaudieren. Da diese Unterbrechungen das Bemühen des Musiktheaters nach der Geschlossenheit der Handlung stören, verharren die Darsteller gelegentlich unbeweglich.
Allgemein üblich ist auch der Applaus beim Auftreten des Dirigenten.
Akustische Ausschmückungen bei denen ein oder mehrere Töne zwischen zwei Melodiebögen eingeschoben werden. In der Musik des Barock und der Klassik wurde die Appoggiatura, auch wenn sie nicht notiert war, als selbstverständlich vorausgesetzt. Ihre Ausführung appelliert an das Stilgefühl der Interpreten und ist auch abhängig von bestimmten Aufführungspraktiken und Stiltendenzen.
Der Bühnenbildner im Sprachgebrauch des italienischen Theaters vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Zumeist waren die Bühnenbildner zu dieser Zeit auch Architekten und Ingenieure.
Ein in sich geschlossenes Gesangstück für eine Stimme, das sich in der Oper und im Oratorium ab dem 17. Jahrhundert entwickelte. Anders als das Rezitativ oder das kurze, mehr liedhafte Arioso beinhaltet die Arie die reflektierenden, stimmungsmalenden Momente einer Oper.
Die Grundform der Arie entspricht dem dreiteiligen Liedschema (A – B – A) und heißt Da-capo-Arie. In der Opera seria wurde diese Form auf fünf Teile erweitert und die vokalen Zierungen wurden teilweise zum Selbstzweck (Aria di bravura). Die Aussage selbst trat vielmals zurück und es entstand der Eindruck starrer Künstlichkeit.
Die einfache Strophenform (arietta) findet sich dagegen in der Opera buffa Italiens, aber auch in Frankreich und Deutschland.
In Deutschland und Italien entwickelte sich gegen Mitte des 19. Jahrhunderts die scena (Arie und Szene). Mit den Werken von Wagner wurde dann die Arie untrennbar in die musikalischen Großformen eingeschmolzen. In Verdis Spätwerken ist die Trennung von Arie und Rezitativ ebenfalls aufgehoben, bleibt aber formal erkennbar. Wagners Einfluss war so stark, dass das durchkomponierte Musikdrama die vorherrschende Form blieb.
Die erste Arie, mit der sich eine Figur in der Oper vorstellt, gelegentlich direkt ans Publikum gewandt. Beispielsweise Papagenos Der Vogelfänger bin ich ... in der Zauberflöte oder Figaros Ich bin das Faktotum im Barbier von Sevilla.
Im Wien des 18. Jahrhunderts Bezeichnung für Oratorien in italienischer Sprache. In Italien wurde diese Benennung üblich für Oratorien, später auch für szenische Oratorien oder Opern mit religiösem Inhalt.
Bezeichnung für ein musiktheatralisches Werk in Wien im 18. Jahrhundert, das in Privattheatern oder im kleinen Kreis aufgeführt wurde. Meist hatte es nur einen Akt, drei bis fünf Akteure und ein kleines Orchester.
Eines der letzten Beispiele dieses Genres ist Mozarts Il sogno di Scipione.